15.7.: Etappe 15 – San Martino Inferiore – Celle di Macra/Chiesa

21,2km, 1060m hoch, 1190m runter, über 9h inkl. Pausen

Blick vom Bett aus dem Posto Tappa

Blick vom Bett aus dem Posto Tappa

Was für ein Tag! Völlig platt und gleichzeitig kugelrund gefressen liege ich in meinem Bett.

Das Frühstück lässt keine Wünsche offen. Auf der Terrasse gibt es u.a.  Birchermüesli, und da die Besitzerin Maria heute Geburstag hat, gibt es für jeden ein Ei. Lecker. Deshalb gehen wir heute erst um 10h los. Eine spannende Tour wartet auf uns, mit vielen verlassenen Dörfern.

Zunächst geht es auf einem schmalen Waldweg abwärts bis zu den ersten beiden Dörfern, die aber noch oder vielleicht auch wieder, bewohnt sind. Da wir bisher GPS-Tracks hatten, aber bereits den 2. von 4 Tagen eine Variante gehen, müssen wir anhand der Beschreibung aus dem Wanderführer und der Landkarte laufen. Leider erwischen wir den falschen Weg und kommen zwar im richtigen Dorf (Bassura) raus, aber sicher mit einigem Umweg. Nun gibt es zwei Varianten. Wir entscheiden uns für die kürzere, die zudem noch über eine hübsche Römerbrücke führt, aber nicht in der Karte eingezeichnet ist. Der Weg soll aber gut rot markiert sein.

Prompt verpassen wir die Abzweigung bei Pessa. Anstatt rot ist dort ein gelb-blaues Zeichen, das ich zwar sehe, aber nicht beachte, weil auch kein Weg zu erkennen ist. Zum Glück erkennen wir den Irrtum bald und drehen um. Zwischen zwei Leitplanken, die beide eine blau-gelbe Markierung haben, geht tatsächlich ein Weg zur Brücke hinunter. Auf der anderen Seite der Brücke sind nun rote Markierungen. Da es im Wanderführer aussieht, als müsse man sich rechts halten, biegen wir bald falsch ab, da ein großer roter Pfeil nach rechts zeigt. Nachdem wir einen Laubhang hochgekrackselt sind, an einer Höhle mit offenen Türen landen und der nächste rote Pfeil ins Dickicht führt, drehen wir um und gehen den anderen Weg weiter. Dieser führt leider immer weiter nach links, was mir spanisch vorkommt. Auf meinem GPS kann ich erkennen, dass ein Weg direkt zu dem Ort führt, der als nächstes bei uns auf dem Plan steht, leider habe ich kaum GPS-Empfang. Die Kombination aus „der Weg ist nicht in der IGC-Karte eingezeichnet“, die Markierung ist erst in falscher Farbe, die Himmelsrichtung stimmt nicht und ich habe keinen guten GPS-Empfang, finde ich irgendwie unangenehm. Da der Weg aber anscheinend dort rauskommt, wo wir hin sollen, schuften wir uns durch den steilen Wald hoch nach Amaro. Die Kapelle, an der man angeblich vorbeikommen soll, finden wir nicht. Also haben wir wohl den falschen Weg erwischt. Weder dieser noch der eigentliche ist in den Karten eingezeichnet. Vielleicht sollte ich doch Kartograph werden?

In Amaro kommen wir ca. 2h später an als gedacht und müssen uns erst einmal mit einer Tafel Schokolade und einer halben Banane stärken. Mehr haben wir nicht mitgenommen – es sollte ja nur eine harmlose 5h-Tour werden. Nach Amaro erreichen wir schnell Palent, wo ein Paar leckere Schnäpse hergestellt werden. Glücklicherweise bekommen wir dort vor dem Schnaps etwas zu essen. Wie immer wird man nicht gefragt, was man essen möchte, sondern man setzt sich hin und es wird aufgetischt. Wir dachten, wir essen kurz eine Suppe, aber denkste: Nach kaltem Braten mit Zucchini, Sardellen in Tomatensoße, Salami, Käse, Kuchen und Kaffee bekommen wir schließlich den Schnaps. Völlig satt rollen wir weiter den Berg hoch nach Coletto.

Beim folgenden Abstieg bis Combe sollten wir durch fünf kleine Dörfer kommen. Zwei davon total verlassen. Wir finden drei davon. Eines der beiden ist komplett verlassen. Plötzlich hört die Straße auf und nur ein befestigter Grasweg geht weiter. Nach ein paar Minuten kommt ein Ortsschild. Wir laufen zwischen den zerfallenen Häusern herum und können sogar in einige reinschauen. Die Häuser sind teilweise an das Stromnetz angeschlossen und an einem Haus steht das Baujahr 1904 vermerkt. Man fragt sich, wie lange hier schon niemand mehr lebt. In den Häuser liegen alte Schuhe, Kleider, Zeitungen, Matrazen, Betten und Küchenschränke. Die Pfannen hängen am Ofen. Irgendwie unheimlich.

Nach Langem sind wir mal wieder unter 1000 müM. Jetzt geht es wieder hoch zum Posto Tappa in Celle di Macra/Chiesa. Wir sind schon ganz schön geschafft.

Um 19h kommen wir an und werden schon erwartet. Noch eine kurze Dusche und Klamotten waschen, dann gibt es das zweite Menü für heute. Den Antipasti- und Dolce-Teller habe ich Euch sicherheitshalber mal fotographiert. Die ein oder andere glaubt mir ja nicht, dass das Essen hier so lecker und umfangreich (…) ist! Und verdient haben wir es uns heute alle mal

Katrin am Centro Culturale Borgata in San Martino inferiore

Katrin am Centro Culturale Borgata in San Martino inferiore

San Martino superiore

San Martino superiore

Kirche in Bassura

Kirche in Bassura

Römerbrücke über die Maira unterhalb Pessa

Römerbrücke über die Maira unterhalb Pessa

Alter Friedhof

Alter Friedhof

Ortsschild & "Straße" von Ciatignano

Ortsschild & „Straße“ von Ciatignano

Überreste des verlassenen Örtchens Ciatignano

Überreste des verlassenen Örtchens Ciatignano

Überreste des verlassenen Örtchens Ciatignano

Überreste des verlassenen Örtchens Ciatignano

Überreste des verlassenen Örtchens Ciatignano

Überreste des verlassenen Örtchens Ciatignano

Ciatignano

Ciatignano

Ciatignano

Ciatignano

Wanderwäscheleine

Wanderwäscheleine

Antipasti

Antipasti

Dolce

Dolce

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s